Mehlwürmer erfolgreich züchten

Hallo liebe Aquarisitk- und Terraristikfreunde im Folgenden möchte ich euch meine Erfahrungen in der Haltung und Zucht der Mehlwürmer schildern.

Der Mehlwurm ist eigentlich kein Wurm, sondern die Larve des Mehlkäfers (Tenebrio molitor) aus der Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae).

 

Die Käfer werden 10 bis 18 Millimeter lang und sind nachtaktiv. Die Käfer können fliegen, tun dies aber selten. Die Larven werden bis zu 35 Millimeter groß und sind ein beliebtes Lebendfutter für Haustiere verschiedener Art und Größe. Sie werden als Lebendfutter für Vögel wie Wellensittiche und Hühner, Nager wie Mäuse und Hamster, für Ameisen, für größere Zierfische und als Köder zum Angeln, verwendet.

Futter für Mehlwürmer

Als Futter kann Brot, Haferflocken oder Kleie verwendet werden. Etwas Feuchtfutter sollte zwischendurch auch gereicht werden, z.B. in Form von Karotten. Diese sind besonders geeignet, da diese nährstoffreich, nicht allzu feucht sind und zu keiner schnellen Schimmelbildung neigen. Es sollte nur so viel Feuchtfutter gegeben werden, wie innerhalb von 2-3 Tagen aufgefressen wird. Mehlwürmer fressen auch die abgestreiften Häute der Larven und Puppen und neigen zudem zum Kannibalismus.

Nährwerte

Mehlwürmer sind ein protein- und nährstoffreiches Futter.

Protein            18-20%

Fett                  15-20%

Feuchtigkeit    60-62%

Kalzium           0,4 %

Phosphor         0,29%

 

Damit Mehlwürmer länger im Larvenzustand verbleiben, können sie in einem Kühlschrank oder an einem anderen kühlen Ort gelagert werden. Das hemmt ihre Entwicklung und die Larven bleiben so bis zu einem Jahr in diesem Stadium. Vor dem Verfüttern sollten die Würmer dennoch unter normalen Bedingungen gehalten und mit einem wertvollen Futter gefüttert werden.

Aufwertung als Futtertier

Möchte man die Mehlwürmer als Futter etwas aufwerten, kann man diese einige Tage vor der Verfütterung hochwertiger füttern. Dazu eignet sich z.B. Löwenzahn oder Gartenkresse. Es können auch Vitamin- und Mineralstoffpräparate verfüttert werden. Die durch die Würmer aufgenommen Vitamine und Mineralien können so an das Haustier weitergegeben werden.

Zuchteimer

Meine Mehlwürmer halte ich in einem 2,6 Liter Eimer mit Deckel. Im Deckel sind ausreichend große Löcher gebohrt, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Obwohl Mehlkäfer fliegen können, tun die es aber nicht, der Deckel ist dafür da, dass keine anderen Tiere wie z.B. Fruchtfliegen in die Zucht gelangen können. In den Eimer streue ich als Substrat und gleichzeitig auch als Futter ca. 3 cm Weizenkleie.

Aufstellort

Zimmertemperaturen sind bestens für die Zucht geeignet. Die optimale Temperatur für eine gute Entwicklung der Mehlwürmer liegt bei ca. 22-25°C. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 70% betragen. Bei niedrigeren Temperaturen entwickeln sich die Würmer entsprechend langsam.

Reinigung der Mehlwurmzucht

Die Würmer vertilgen die Weizenkleie, und irgendwann besteht das Substrat mit der Zeit fast nur noch aus Kot. Sobald Sie erkennen, dass das Substrat dunkel wird, ist es Zeit für die Reinigung. Das ist etwa alle 2 bis 3 Wochen der Fall. Die Reinigung des Zuchteimers geschieht am unkompliziertesten mit einem feinmaschigen Sieb. Dafür wird das Substrat mitsamt den Mehlwürmern einmal komplett gesiebt und so die Mehlwürmer herausgefiltert. Danach kann der Eimer mit handelsüblichem Geschirrspülmittel oder durch Abspülen mit sehr heißem Wasser gereinigt werden. Danach wird der Eimer wieder mit Weizenkleie gefüllt und die Würmer wieder hineingegeben.

Mehlwurmkot als Dünger

Wenn die Mehlwürmer ausgesiebt sind, kann das verbleibende Substrat dem Kompost beigemengt oder gleich als hervorragender Dünger in die Erde zur Bodenverbesserung eingearbeitet werden.

Milben

Zu hohe Feuchtigkeit kann Schimmelbildung begünstigen oder sehr starken Befall von Milben hervorrufen. Bei starkem Milbenbefall wurde zu viel Feuchtfutter gegeben. In diesem Fall muss die Temperatur des Substrates erhöht werden z.B. mit einer Heizmatte. Das Substrat muss ein bis zwei Grad wärmer als die Umgebungstemperatur sein, dann verschwinden die Milben.

Metamorphose der Larven zu Mehlkäfern

Die Mehlwürmer vollziehen eine Metamorphose, bei der aus der Larve ein Käfer wird. Wenn der Vorgang beschleunigt werden soll, kann die Temperatur erhöht werden. Dafür wird z.B. eine Heizmatte verwendet.

Das Leben des Mehlkäfers beginnt im Ei. Die Eier sind nur als sehr kleine braune Punkte zu erkennen, sind klebrig und etwa 1,5 Millimeter lang und oval. Aus dem Ei schlüpfen innerhalb von zwei bis drei Wochen die Mehlkäferlarven. Anfangs sind diese etwa zwei Millimeter lang und weißlich gefärbt. Die Larven wachsen heran und werden etwa 35 Millimeter lang. Die Larven verpuppen sich je nach Bedingungen nach ca. 2-4 Monaten im Nahrungssubstrat. Lebendige Puppen sind hell und weisen keine Verletzungen auf, sehr dunkle oder schwarze Puppen sind tot. Wenn Puppen oder Würmer in großer Anzahl sterben, sollten die Parameter: Temperatur, Luftfeuchte und Futtermenge kontrolliert und angepasst werden.

Von der Verpuppung der Mehlwürmer bis zum Schlupf der Mehlkäfer dauert es noch ca. 14 Tage. Die Käfer sind kurz nach dem Schlupf hell, nach einer kurzen Zeit rotbraun gefärbt und 15 bis 25 Millimeter groß. Nach und nach werden die Mehlkäfer dunkler und schließlich schwarz.

Anschließend legen die Mehlkäfer Weibchen innerhalb ihres drei- bis viermonatigen Lebens als Käfer ca. 100 bis 300 Eier. Damit beginnt der Kreislauf von vorne.

Mehlwürmer Puppen
Mehlwürmer Puppen
Mehlkäfer
Mehlkäfer

Mehlwürmer Zucht

Vorteile Mehlwurmzucht
Vorteile Mehlwurmzucht

In einem Zuchteimer werden die Mehlkäfer gehalten, der Boden ist mit Drahtgaze mit einer Maschenweite von 1,5 mm ausgelegt. Bei den Mehlkäfern nehme ich Haferflocken als Futter, diese fallen anders als Weizenkleie nicht durch die Gaze. Ein Stück Eierkarton dient als Versteckmöglichkeit. Die Käferweibchen legen am Boden die Eier, welche durch das Gitter nach unten in einen weiteren Zuchteimer fallen. Hier habe ich eine 2 cm Schicht Weizenkleie eingebracht.

Alle 14 Tage schütte ich die Weizenkleie in den Zuchteimer mit den Mehlwürmern. Aus den Eiern schlüpfen die neuen kleinen Larven.

Den Zuchteimer mit den Würmern durchsuche ich regelmäßig nach Puppen, welche ich aussortiere und in einem kleinen Behälter im Zuchteimer der Käfer aufbewahre. Sobald aus den Puppen Käfer geworden sind, setze ich diese zu den anderen um. Die Trennung der Puppen von den Würmern und Käfern ist wichtig, da diese sonst angefressen werden können.

 


Ich hoffe ich konnte einige Tipps für die eigene Zucht geben und wünsche dabei viel Erfolg und Spaß. Schaue dich auf meiner Seite um und lerne auch andere Futtertiere aus dem Bereich der Aqua- und Terraristik kennen.